Geliebter Goj – Jüdische Gastfreundschaft

Einmal waren Balthasar und ich zusammen im Ausland in der Synagoge, in Wales. Meine Vorbereitungsversuche liefen nach einem vertrauten Muster ab: Ich schrieb eine E-Mail an die jüdische Gemeinde und bekam auch beim zweiten Nachfragen keine Antwort. Weiterlesen „Geliebter Goj – Jüdische Gastfreundschaft“

„Du musst dich für alles Jüdische interessieren, weil du jüdisch bist!“

Mehr nervige gojische Verhaltensweisen bei interreligiöser Begegnung

Oy, die Reaktionen, sobald Leute wissen, dass ich jüdisch bin. Spontan werfen sie ihre Assoziationen heraus. „Ich liiiiebe das Judentum!“ „Israel ist so schön, ich war schon x-Mal dort!“ – oder aber „Na, was ihr da unten mit den Palästinensern anstellt ist aber ganz schön arg.“ „Am Donnerstag gehe ich wieder Klezmertanzen!“ „Du hast sicher Buch XY von Buber gelesen.“ „Meine Vorfahren haben Juden versteckt!“ „Ich kenne da einen tollen jüdischen Witz…“Alles irgendwie verständliche Verbindungen zum Judentum. ABER. Nicht zu mir als Person.  Weiterlesen „„Du musst dich für alles Jüdische interessieren, weil du jüdisch bist!““

Geliebter Goj – In der Kirche

Balthasar und ich waren jetzt schon einige Male zusammen in der Kirche. Ich wollte seine Leute kennenlernen, sein Umfeld ansehen, ihn beim Beten betrachten. Nachdem ich Theologie studiert habe, kenne ich den Ablauf des christlichen Gottesdienstes ein wenig. Er ist im Prinzip aufgebaut wie ein klassischer Aufsatz: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Weiterlesen „Geliebter Goj – In der Kirche“

Antisemit_innen, die glauben, keine zu sein – Teil II

Es gibt Begegnungen, die mich eine Woche lang nicht zur Ruhe kommen lassen, nach denen ich anfange zu weinen und verwirrt erst einmal analysieren muss, warum. Es sind die Begegnungen mit Personen, die selber glauben, dass sie gute Absichten haben, deren Sprachgebrauch und Äußerungen mich aber fassungslos machen. Sie lächeln und wollen in gutem Einvernehmen bleiben, während sie davor Wort um Wort in meine Seele gerammt haben. Ich bin so paralysiert, dass ich mitspiele und mich zu überzeugen versuche, dass das ja Personen sind, die es wenigstens gut meinen. Aber an den folgenden Weinkrämpfen und schlaflosen Nächten merke ich, was diese Begegnungen angerichtet haben.

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Geliebter Goj – Die jiddische Mame und der Feminismus

Bald nachdem Balthasar und ich zusammengekommen waren, bemerkte ich, dass eine eigenartige Veränderung mit mir vorging. Nun sind eigenartige Veränderungen im Rausch der Verliebtheit an sich nichts Ungewöhnliches; die Wangen glühen, die Augen strahlen mehr als der Wald um Tschernobyl, und der_die Geliebte ist Gegenstand des ersten und des letzten Gedankens eines jeden Tages. Ich aber bemerkte, dass ich kochen muss, wenn ich liebe. Weiterlesen „Geliebter Goj – Die jiddische Mame und der Feminismus“