Co je nového?

*“Was gibt es Neues?“ auf Tschechisch

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Das bin ich, während ich diesen Beitrag schreibe.

Mein Bauch ist voller Kekse, auf dem Sessel neben mir schnarcht ein dickfelliger Kater und Balthasar redet unten mit seiner Mama. Wir sind über die Weihnachtsfeiertage in Tschechien und ich nutze die ruhige Zeit, um wieder ein Bisschen zu schreiben. Das habe ich, abgesehen vom letzten Beitrag, seit Monaten nicht gemacht. Davor hatte ich so viele Beiträge geschrieben, dass ich immer monatelang vorgeplant hatte, was ich wann online stelle. Dann hat sich vieles geändert: Seit Anfang November bin ich nicht mehr angestellt (arbeite aber noch ehrenamtlich für Café Abraham Wien – wir machen einmal im Monat unter dem Semester Scriptural-Reasoning-Treffen für muslimische, jüdische und christliche Studierende). Ich ziehe mich zunehmend aus dem interreligiösen Dialog zurück. Etwas nicht mehr machen zu wollen, was seit meiner Teenagerzeit mein einziges berufliches Ziel war, fühlt sich ziemlich krisenhaft an, aber ich brauche eine Veränderung. Ich habe meine Augen lasern lassen – ein Kindheitstraum – und nach einem ziemlich schmerzhaften Start in mein brillenfreies Leben kann ich jetzt perfekt sehen und sehe rund um die Uhr so aus, wie ich mich immer am Liebsten hatte. Ich habe mich sogar bei dem kitschigen Gedanken erwischt, dass das toll zu Channukkah passt: Jeden Tag zünden wir ein Licht mehr an und jeden Tag verbessert sich mein Augenlicht. Ich habe NICHT begonnen, Drogen zu nehmen – die riesigen Pupillen auf dem Foto kommen von den Augentropfen, die ich noch fast zwei Monate lang verwenden muss. Und ich habe mir die Erlaubnis gegeben, mit Zeit und Hingabe an einem Projekt zu arbeiten, das mir seit mindestens einem Jahr im Kopf herumspukt. Sobald ich mehr berichten kann, werde ich das hier sicher tun. Was gibt es sonst Neues? Unser Rabbi hat einen Hund, der zu Channukkah lieber Zehen isst als Latkes. Das Channukkah-Adventsingen, das ich gemeinsam mit TaMaR Austria in unserer Synagoge veranstaltet habe, war ein voller Erfolg. (Obwohl ich versehentlich ein ziemlich brutales Channukkah-Lied eingebracht habe, weil ich dachte, dass „Apirkosim“ „Marillen“ heißt. Der Andachtsjodler hat die Stimmung gerettet.) Das Gefühl, nach acht Tagen Latkes wieder einmal einen Salat zu essen, ist unbeschreiblich. Nachdem ich operationsbedingt eine lange Pause vom Gewichtheben nehmen musste, hatte ich diese Woche endlich wieder eine Langhantel in der Hand und habe mich schweißüberströmt gefragt, wie sich läppische 35 kg auf der Beinpresse bloß SO anfühlen können. Und heute Abend werden meine Haare beschnitten. Ich trenne mich von den letzten 15 cm, um meine Definition eines Kurzhaarschnitts zu erhalten („Nur mehr bis zur Mitte der Oberarme“). Dann gehen wir zum traditionellen tschechischen Weihnachtssingen in die Kirche. Als große Frage bleibt zu klären, ob ich es am Montag schaffe, zur Christmette wach zu bleiben oder mich erst am nächsten Tag in der Früh strategisch in der Kirche blicken lasse, um den Frauen und hoffnungsvollen Müttern des Städtchens anzuzeigen, dass Balthasar definitiv nicht zu haben ist. Also alles geruhsam – und alles anders.

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