Ein Tag im Leben einer jüdischen Weltverschwörerin

Eine Erfahrung habe ich im interreligiösen Dialog immer wieder gemacht – vor allem als ich mehr und mehr begonnen habe, mich mit trilateralem Dialog zu beschäftigen und bei Café Abraham Wien aktiv geworden bin. Es gibt ein Gespenst, das umgeht, eine Warnung, die der eine zum andern gegen den Dritten ausspricht: „Diese Person steht mit den Muslimbrüdern in Verbindung.“

Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, wer die Muslimbrüder sind, was ihre Geschichte ist, und was jetzt an welchem Vorwurf dran ist oder nicht. Dafür bin ich keine Expertin. Aber was ich sehr wohl wahrnehme, ist, dass „in Verbindung stehen“ ein ausgesprochen schwammiger Vorwurf ist. Ich habe dieses System der Verdächtigung auch in meiner eigenen Community erlebt: A setzt einen Link zu B auf seine Website. B propagiert aber, neben etlichen weitgehend anerkannten Dingen, auch die schreckliche Idee C. Also steht A mit C in Verbindung. Skandal! Weiterlesen „Ein Tag im Leben einer jüdischen Weltverschwörerin“

„Wir in Österreich“ und „die Juden“

Der Donaukanal bei Nacht.
Der Donaukanal bei Nacht. (c) Sarah Egger 2019

Es war gestern, gestern Vormittag. Ich hatte ein schönes Gespräch mit einem Professor, für den ich einmal gearbeitet habe, und genoss am Nachhauseweg den Frühlingsanbruch mit seinem gleißenden Sonnenschein, der sich auf der grünen Wasseroberfläche des Donaukanals brach.

In der Umgebung unserer Wohnung gibt es drei orthodoxe Synagogen. Wenn sich der Schabbat mit den Schwingen der Dunkelheit über das Viertel legt, wird alles ruhig und feierlich. Männer mit Strejml, Frauen mit Perücken und viele kleine Jeschiwe-Bocherim, die sich auf ihren Tretrollern mächtig cool vorkommen, bestimmen unser Stadtbild.

So war auch gestern wieder ein orthodoxer Bub unterwegs; er kam mir von weitem entgegen, als ich in die Gasse einbog, die zu unserem Zuhause führt. Auch auf unserer Straßenseite ging eine Frau, schon über den mittleren Jahren, mit blondiertem Kurzhaarschnitt und äquatorialem Umfang. Weiterlesen „„Wir in Österreich“ und „die Juden““

Ezzes annehmen

Oysher-Reward für einen großzügigen Crowdfunding-Unterstützer

Endlich setze ich mich an diesen Blogpost. Nicht dass ich die letzten Wochen nicht daran gedacht hätte. Oft hab ich dran gedacht. Mit Zittern und Bangen und vielen Überlegungen, wie ich ihn angehen kann – immerhin ist das ein Auftragstext, da reibt sich der Perfektionismus besonders kräftig die Hände. Aber das ist nicht die einzige Hürde. Dieser Text ist für jemanden, zu dem ich in jeder Hinsicht aufgeschaut habe, seit ich ein Baby war. Für meinen Vater. Es zeigt seinen besonderen Sinn für Humor, dass er sich das Thema „Ezzes annehmen“ ausgesucht hat. Nu, ich versuche es.

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Torahbund und Theraband – Davnen mit mehr Kojach!

Vielleicht hast du keinen Zugang zu diversen Hanteln und Maschinen, aber irgendwo müsste da doch noch so ein Theraband herumliegen…Bänder sind eine gute Möglichkeit, den Widerstand zu erzeugen, den deine Muskeln zum Wachsen brauchen. Manchmal erlauben sie sogar, Bewegungen zu trainieren, die allein mit Gewichten schwer nachzustellen sind. Der zweite Teil des nicht hundertprozentig ernst gemeinten, aber durchaus anwendbaren Davnen mit mehr Kojach!

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