Suche Steuerberatung, weiblich, jüdisch

Im Zuge der Gründung von Schmonzelach Un Tinef bin ich zusehends mit meiner Unwissenheit bezüglich Steuern und Finanzrecht in Berührung gekommen. Was ist eine Vorsteuer und wovon zieht man sie ab? Wie mache ich meine Einkommenssteuererklärung? Was kann ich von der Steuer absetzen, und was heißt das überhaupt, und ist jede Apothekenrechnung für den in der Schnupfensaison obligatorischen Nasenspray eine außergewöhnliche Belastung?

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Wien, mein Stetele Wien – Teil I: Davnen

Schon lange habe ich darüber nachgedacht, quasi eine Erweiterung des Beitrags über unser jüdisches Zuhause zu schreiben: mein jüdisches Wien. „Mein“ nicht deshalb, weil ich da irgendwelche Exklusivrechte hätte, sondern weil das „jüdische Wien“ für jede_n etwas anderes ist und jeder_m andere Plätze wichtig sind. Jetzt wo das Wetter wieder schöner wird, werde ich euch mitnehmen an Orte, die meine jüdische Identität geprägt haben, die spannend oder auch ganz banal sein können, und euch ein paar Geschichten dazu erzählen. Weiterlesen „Wien, mein Stetele Wien – Teil I: Davnen“

Ein Tag im Leben einer jüdischen Weltverschwörerin

Eine Erfahrung habe ich im interreligiösen Dialog immer wieder gemacht – vor allem als ich mehr und mehr begonnen habe, mich mit trilateralem Dialog zu beschäftigen und bei Café Abraham Wien aktiv geworden bin. Es gibt ein Gespenst, das umgeht, eine Warnung, die der eine zum andern gegen den Dritten ausspricht: „Diese Person steht mit den Muslimbrüdern in Verbindung.“

Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, wer die Muslimbrüder sind, was ihre Geschichte ist, und was jetzt an welchem Vorwurf dran ist oder nicht. Dafür bin ich keine Expertin. Aber was ich sehr wohl wahrnehme, ist, dass „in Verbindung stehen“ ein ausgesprochen schwammiger Vorwurf ist. Ich habe dieses System der Verdächtigung auch in meiner eigenen Community erlebt: A setzt einen Link zu B auf seine Website. B propagiert aber, neben etlichen weitgehend anerkannten Dingen, auch die schreckliche Idee C. Also steht A mit C in Verbindung. Skandal! Weiterlesen „Ein Tag im Leben einer jüdischen Weltverschwörerin“

„Wir in Österreich“ und „die Juden“

Der Donaukanal bei Nacht.
Der Donaukanal bei Nacht. (c) Sarah Egger 2019

Es war gestern, gestern Vormittag. Ich hatte ein schönes Gespräch mit einem Professor, für den ich einmal gearbeitet habe, und genoss am Nachhauseweg den Frühlingsanbruch mit seinem gleißenden Sonnenschein, der sich auf der grünen Wasseroberfläche des Donaukanals brach.

In der Umgebung unserer Wohnung gibt es drei orthodoxe Synagogen. Wenn sich der Schabbat mit den Schwingen der Dunkelheit über das Viertel legt, wird alles ruhig und feierlich. Männer mit Strejml, Frauen mit Perücken und viele kleine Jeschiwe-Bocherim, die sich auf ihren Tretrollern mächtig cool vorkommen, bestimmen unser Stadtbild.

So war auch gestern wieder ein orthodoxer Bub unterwegs; er kam mir von weitem entgegen, als ich in die Gasse einbog, die zu unserem Zuhause führt. Auch auf unserer Straßenseite ging eine Frau, schon über den mittleren Jahren, mit blondiertem Kurzhaarschnitt und äquatorialem Umfang. Weiterlesen „„Wir in Österreich“ und „die Juden““

Ezzes annehmen

Oysher-Reward für einen großzügigen Crowdfunding-Unterstützer

Endlich setze ich mich an diesen Blogpost. Nicht dass ich die letzten Wochen nicht daran gedacht hätte. Oft hab ich dran gedacht. Mit Zittern und Bangen und vielen Überlegungen, wie ich ihn angehen kann – immerhin ist das ein Auftragstext, da reibt sich der Perfektionismus besonders kräftig die Hände. Aber das ist nicht die einzige Hürde. Dieser Text ist für jemanden, zu dem ich in jeder Hinsicht aufgeschaut habe, seit ich ein Baby war. Für meinen Vater. Es zeigt seinen besonderen Sinn für Humor, dass er sich das Thema „Ezzes annehmen“ ausgesucht hat. Nu, ich versuche es.

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Torahbund und Theraband – Davnen mit mehr Kojach!

Vielleicht hast du keinen Zugang zu diversen Hanteln und Maschinen, aber irgendwo müsste da doch noch so ein Theraband herumliegen…Bänder sind eine gute Möglichkeit, den Widerstand zu erzeugen, den deine Muskeln zum Wachsen brauchen. Manchmal erlauben sie sogar, Bewegungen zu trainieren, die allein mit Gewichten schwer nachzustellen sind. Der zweite Teil des nicht hundertprozentig ernst gemeinten, aber durchaus anwendbaren Davnen mit mehr Kojach!

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Fit, Fun and Frum – Davnen mit mehr Kojach!

Der Schwung der ersten Jännertage mag verklungen sein und das Festhalten an Neujahrsvorsätzen wie „mehr Sport“ mag zunehmend schwieriger geworden sein. Ich möchte allen, die sich mehr bewegen möchten, einen Motivationskick geben mit diesem Workout. Es heißt: Du sollst dem Herrn, deinen Gott, dienen […] mit ganzer Kraft. Damit diese Kraft auch was hermacht, hier der erste Teil von „Davnen mit mehr Kojach“ (Beten mit mehr Kraft). Für alle Nichtjüd_innen: das Workout besteht aus Bewegungen, die Teil des jüdischen Gottesdienstes sind. Für Christ_innen habe ich aber noch einen Bonus drangehängt;-)

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