Lasst uns über Georg Egger reden

Wie es ist, sowohl Opfer- als auch Täternachkommin zu sein

Mittlerweile gibt es Forschung zu den Traumata, die von Generation zu Generation innerhalb der Familien der Opfer der Schoah weitergegeben werden. Auch gibt es Forschung zu Denk- und Verhaltensmustern, die häufig in Täterfamilien auftauchen. Ersteres wird mit transgenerationalem Trauma bezeichnet, Zweiteres würde ich eher eine transgenerationale Verstrickung nennen. Aber es gibt so gut wie kein Material dazu, was es bei Menschen auslöst, sowohl Opfer- als auch Tätervorfahr_innen zu haben.[1] So wie ich zum Beispiel.

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Die Sache mit der Sichtbarkeit

Wie ich an einem Abend ein T-Shirt mit einem fetten Davidstern trug und beschloss, daraus keine Challenge zu machen

An jenem Abend hatte ich ein Interview mit Peter Wesely vom Verein Wirtschaft für Integration, der meinen Blog in seiner Serie „Mutmacher“ vorstellen wollte (Hier ist der Link zu seinem Text – vielen Dank noch einmal dafür!). Da ich wusste, dass er auch ein kurzes Video drehen wollte, habe ich mein Shalom, Oida!-T-Shirt vom jüdischen Filmfestival angezogen, das ihr schon von diesem Blogpost her kennt. Mag sein, dass ich damit Klischees bedient habe, aber ich finde das T-Shirt einfach cool. Jedenfalls trete ich auf die Straße und auf einmal sackt die Erkenntnis schwer in meine Magengrube: Ich gebe gerade zeitweilig einen Teil des Privilegs auf, das mich mein ganzes Leben lang begleitet und beschützt hat: Nicht als Jüdin erkennbar zu sein.[1] Weiterlesen „Die Sache mit der Sichtbarkeit“

Muskeljudentum

Was ihr nie über das Judentum wissen wolltet, ich euch aber trotzdem erzähle – Teil I

Junge Frau mit einem T-Shirt, auf dem "Shalmon, Oida!" steht, hebt schwere Kurzhanteln
That’s me. Bitte seid so gut und sagt mir, wenn ihr die Bilder aus diesem Beitrag irgendwo verwendet bzw. gebt einen Verweis auf diesen Blog dazu. Danke!

„Und worüber schreibst du deine Masterarbeit?“

„Muskeljudentum.“

„PffrrrhahahahWAS?“

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Gastbeitrag auf y-nachten.de: Inside Exodus. Meine österreichische Mischpoche denkt ans Auswandern

Exodus

In diesem Monat durfte ich einen Gastbeitrag für den katholischen Blog y-nachten.de schreiben (Selbtbeschreibung: „jung. hip. irgendwas.“ – trifft zu! Wenn ihr beispielsweise immer schon mal etwas über Marias Milch wissen wolltet, ist das der Blog für euch). Immer wieder liest man in den Medien, dass die jüdische Community aus diesem oder jenem Land abwandert. Selten gibt es einen Blick hinein, wie es sich anfühlt, wirklich übers Auswandern nachdenken zu müssen. Wie meine Familie damit umgeht, könnt ihr hier lesen.

Jüdische Spuren entdecken

Jüdische Spuren Entdecken
Christin auf Spurensuche. Alle Bilder dieses Beitrags sind Eigentum von Davidssplitter und dürfen ohne vorher erteilte Erlaubnis nicht vervielfältigt oder verändert werden. In Deutsch: Ich hätte ganz gerne Kontrolle über das Werk meiner Hände, bittedanke;-)

Bei mir in der Arbeit gibt es eine Bücherwand, die voll ist mit Titeln wie „Verloschene Spuren“ oder „Jüdische Spuren in Soundso“. Regelmäßig werden Exkursionen und Veranstaltungen über jüdische Spuren hier und dort abgehalten. Als ich letztens eingeladen wurde, einen Vortrag zu „Jüdischen Spuren in den Evangelien“ zu halten, hat es mir gereicht. Was will man jüdische Spuren suchen in Texten, die teils von Juden über einen Juden und seine jüdischen Anhänger in Judäa geschrieben wurden? Weiterlesen „Jüdische Spuren entdecken“

Warum ich meine Arbeit verlasse

Seit ich ein Teenager war, wollte ich im interreligiösen Dialog arbeiten. Diesen Traum habe ich in verschiedenen Einrichtungen verwirklicht, zuletzt in einer guten, kreativen Position in einem soliden, spezialisierten Verein. Nach bald drei Jahren dort möchte ich aber aufhören. Weiterlesen „Warum ich meine Arbeit verlasse“

Was so übel an Mission ist

Sowohl die katholische Kirche als auch viele evangelische Kirchen haben mittlerweile im Licht der Geschichte und der erneuerten Theologie beschlossen, den Vers Matthäus 28,19 („Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker“) nicht mehr auf Jüd_innen anzuwenden. Das ist ein großer und guter Schritt, der aber nicht von allen begrüßt wird; ich habe selber schon einige Missionsversuche unbekehrt überstanden. Für die Christ_innen, die trotz des dogmatischen Charakters der Abkehr von der Judenmission nicht darauf verzichten möchten, möchte ich hier einige Gedanken dazu teilen. Weiterlesen „Was so übel an Mission ist“