Wien, mein Stetele Wien – Teil 2: Essen einkaufen

Teil 2: Essen einkaufen

Im zweiten Teil unseres gemeinsamen Rundgangs durch mein persönliches Wien möchte ich euch ein paar jüdische Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel näherbringen (denn Essen spielt eine wichtige Rolle bei uns, wie alle wissen, die diesen Blog öfter lesen!). Wer sich schon ein Wenig mit Kaschrut beschäftigt hat, weiß, dass wo sich eine frumme Kehille findet, koschere Geschäfte nicht weit sein können. Die Speisegebote der Torah sind noch recht simpel: Iss nur Vögel, die auf dieser Liste stehen. Iss nur Fisch, wenn er Schuppen und Flossen hat. Iss nur Fleisch, wenn es von einem wiederkäuenden Paarhufer stammt. Iss bloß kein Blut, Insekten sind igittigitt, und vermeide es, ein Ziegenjunges in der Milch seiner Mutter zu kochen. Weiterlesen „Wien, mein Stetele Wien – Teil 2: Essen einkaufen“

Wien, mein Stetele Wien – Teil I: Davnen

Schon lange habe ich darüber nachgedacht, quasi eine Erweiterung des Beitrags über unser jüdisches Zuhause zu schreiben: mein jüdisches Wien. „Mein“ nicht deshalb, weil ich da irgendwelche Exklusivrechte hätte, sondern weil das „jüdische Wien“ für jede_n etwas anderes ist und jeder_m andere Plätze wichtig sind. Jetzt wo das Wetter wieder schöner wird, werde ich euch mitnehmen an Orte, die meine jüdische Identität geprägt haben, die spannend oder auch ganz banal sein können, und euch ein paar Geschichten dazu erzählen. Weiterlesen „Wien, mein Stetele Wien – Teil I: Davnen“

Jüdin werden, Teil V: Ordnung ins Chaos

Wenn mich etwas überfordert, versuche ich, es auf Papier zu bringen und zu systematisieren. Derzeit bin ich überfordert davon, meinen Platz im Judentum zu finden und eine Art, das Judentum zu leben, die zu mir passt. Ich versuche, mich dem Ganzen mit verschiedenen Methoden zu nähern. Die, über die ich euch heute erzählen werde, stellt die Torah in den Mittelpunkt.

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Jüdin werden, Teil IV: Liebe – die Nächsten, die Übernächsten, die Allerletzten und Gott

“Finally, a story that captures the passion, and raw sexuality, of Yom Kippur.“ – John Stewart bei der Oscarverleihung 2008 über den Film „Abbitte“

Das Jüdischsein hat mich auch in meinen engsten zwischenmenschlichen Beziehungen geprägt. Weiterlesen „Jüdin werden, Teil IV: Liebe – die Nächsten, die Übernächsten, die Allerletzten und Gott“

Jüdin werden, Teil III – Music makes the world go round

Als ich mehr Freiraum gewonnen hatte, mich nur mit dem Judentum zu beschäftigen, hatte ich ein großes Knäuel im Kopf, das für mich ganz undurchdringlich schien. Wo anfangen? Wo will ich hin? Was gibt es alles? Daraufhin tat ich, was ich immer tue, wenn ich mit einer unüberschaubaren Lage konfrontiert bin: Ich schnappte mir Stift und Papier.

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Jüdin werden, Teil II: Auschwitz – hin und zurück, noch einmal hin und wieder zurück

Vor einiger Zeit durfte ich über Skype bei einer Podiumsdiskussion der Dialogperspektiven mitmachen. Dabei wurde ich darauf angesprochen, dass ich ziemlich persönliche Sachen auf meinem Blog schreibe. Meine Antwort war nicht vollständig. Was ich auch noch sagen wollte, war, dass es gerade im Dialog wichtig ist, sich ehrlich und persönlich hineinzubegeben. Dass Menschen Authentizität zu schätzen scheinen. Aber auch, dass meine Erfahrungen mit dem Bloggen mir einen großen Teil der Angst davor genommen haben, mehr von mir zu zeigen. Insofern scheue ich mich vor diesem Blogpost relativ wenig. Viele von euch im deutschsprachigen Raum werden Erfahrung mit dem obligatorischen Klassenausflug nach Auschwitz haben – vielleicht werden weniger über diese Erfahrung aus einer (weiteren) jüdischen Perspektive gehört haben.

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Jüdin werden, Teil I: Im Anfang

Nicht mehr beruflich im interreligiösen Dialog zu arbeiten, bedeutet auch, dass ich jetzt im weiten Meer des Judentums schwimme und mich selber definieren muss. Ich habe nicht mehr die angenehme klare Kontur, die mir Leute anbieten, indem ich „die jüdische Vertreterin“ bei einer Veranstaltung bin oder mir „als Expertin“ eine für möglichst viele jüdische Gruppierungen funktionierende Antwort auf eine Frage aus den Fingern saugen muss. Das löst einen Haufen Gefühle bei mir aus: Angst, Freiheit, Neugier, Unsicherheit…und auch beim Schreiben habe ich gemerkt, dass ich echt kein Problem habe, über meine Erfahrungen im interreligiösen Dialog zu berichten. Aber wenn es um das Jüdischsein geht, meine nur-eigene Sache, bei der es nicht um die Relation zu Anderen geht – uff. Ich zittere. Wo fange ich da eigentlich an? Mag ich das erzählen? Will das überhaupt jemand lesen? Aber in einer Zeit, in der „What I eat in a day“- und „Draw my life“-Videos mehrere Millionen Leute interessieren können, nehme ich mir mal heraus, meine klammen Versuche, mich in meiner eigenen Religion zurechtzufinden, mit euch zu teilen.

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