Die Sache mit der Sichtbarkeit

Wie ich an einem Abend ein T-Shirt mit einem fetten Davidstern trug und beschloss, daraus keine Challenge zu machen

An jenem Abend hatte ich ein Interview mit Peter Wesely vom Verein Wirtschaft für Integration, der meinen Blog in seiner Serie „Mutmacher“ vorstellen wollte (Hier ist der Link zu seinem Text – vielen Dank noch einmal dafür!). Da ich wusste, dass er auch ein kurzes Video drehen wollte, habe ich mein Shalom, Oida!-T-Shirt vom jüdischen Filmfestival angezogen, das ihr schon von diesem Blogpost her kennt. Mag sein, dass ich damit Klischees bedient habe, aber ich finde das T-Shirt einfach cool. Jedenfalls trete ich auf die Straße und auf einmal sackt die Erkenntnis schwer in meine Magengrube: Ich gebe gerade zeitweilig einen Teil des Privilegs auf, das mich mein ganzes Leben lang begleitet und beschützt hat: Nicht als Jüdin erkennbar zu sein.[1] Weiterlesen „Die Sache mit der Sichtbarkeit“

Wer bestimmt die Themen im christlich-jüdischen Dialog?

„Dialogue is so christian-driven.“ (Dick Pruiksma)

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Jüdische Spuren entdecken

Jüdische Spuren Entdecken
Christin auf Spurensuche. Alle Bilder dieses Beitrags sind Eigentum von Davidssplitter und dürfen ohne vorher erteilte Erlaubnis nicht vervielfältigt oder verändert werden. In Deutsch: Ich hätte ganz gerne Kontrolle über das Werk meiner Hände, bittedanke;-)

Bei mir in der Arbeit gibt es eine Bücherwand, die voll ist mit Titeln wie „Verloschene Spuren“ oder „Jüdische Spuren in Soundso“. Regelmäßig werden Exkursionen und Veranstaltungen über jüdische Spuren hier und dort abgehalten. Als ich letztens eingeladen wurde, einen Vortrag zu „Jüdischen Spuren in den Evangelien“ zu halten, hat es mir gereicht. Was will man jüdische Spuren suchen in Texten, die teils von Juden über einen Juden und seine jüdischen Anhänger in Judäa geschrieben wurden? Weiterlesen „Jüdische Spuren entdecken“

Warum ich meine Arbeit verlasse

Seit ich ein Teenager war, wollte ich im interreligiösen Dialog arbeiten. Diesen Traum habe ich in verschiedenen Einrichtungen verwirklicht, zuletzt in einer guten, kreativen Position in einem soliden, spezialisierten Verein. Nach bald drei Jahren dort möchte ich aber aufhören. Weiterlesen „Warum ich meine Arbeit verlasse“

Was so übel an Mission ist

Sowohl die katholische Kirche als auch viele evangelische Kirchen haben mittlerweile im Licht der Geschichte und der erneuerten Theologie beschlossen, den Vers Matthäus 28,19 („Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker“) nicht mehr auf Jüd_innen anzuwenden. Das ist ein großer und guter Schritt, der aber nicht von allen begrüßt wird; ich habe selber schon einige Missionsversuche unbekehrt überstanden. Für die Christ_innen, die trotz des dogmatischen Charakters der Abkehr von der Judenmission nicht darauf verzichten möchten, möchte ich hier einige Gedanken dazu teilen. Weiterlesen „Was so übel an Mission ist“

Antisemit_innen, die glauben, keine zu sein – Teil II

Es gibt Begegnungen, die mich eine Woche lang nicht zur Ruhe kommen lassen, nach denen ich anfange zu weinen und verwirrt erst einmal analysieren muss, warum. Es sind die Begegnungen mit Personen, die selber glauben, dass sie gute Absichten haben, deren Sprachgebrauch und Äußerungen mich aber fassungslos machen. Sie lächeln und wollen in gutem Einvernehmen bleiben, während sie davor Wort um Wort in meine Seele gerammt haben. Ich bin so paralysiert, dass ich mitspiele und mich zu überzeugen versuche, dass das ja Personen sind, die es wenigstens gut meinen. Aber an den folgenden Weinkrämpfen und schlaflosen Nächten merke ich, was diese Begegnungen angerichtet haben.

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Antisemit_innen, die glauben, keine zu sein – Teil I

Es gibt Begegnungen, die mich eine Woche lang nicht zur Ruhe kommen lassen, nach denen ich anfange zu weinen und verwirrt erst einmal analysieren muss, warum. Es sind die Begegnungen mit Personen, die selber glauben, dass sie gute Absichten haben, deren Sprachgebrauch und Äußerungen mich aber fassungslos machen. Sie lächeln und wollen in gutem Einvernehmen bleiben, während sie davor Wort um Wort in meine Seele gerammt haben. Ich bin so paralysiert, dass ich mitspiele und mich zu überzeugen versuche, dass das ja Personen sind, die es wenigstens gut meinen. Aber an den folgenden Weinkrämpfen und schlaflosen Nächten merke ich, was diese Begegnungen angerichtet haben.

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