Das patriarchale Judentum?!?

Es ist jetzt schon etwas her, dass ich beruflich im interreligiösen Dialog aktiv war. Aber immer wieder muss ich an eine Situation denken, die mich damals unheimlich aufgeregt hat und die so bezeichnend dafür ist, wie Vorurteile das Miteinander prägen. Und auch, wie schwer es ist, dagegen anzugehen. Nicht einmal als deklarierte Dialogpartnerin kann man immer rechtzeitig wissen, dass man gerade mit der Brille eines Vorurteils wahrgenommen wird.

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„Es ist eben nicht das Judentum. Ich finde es entsetzlich.“

Tagebuch einer jüdischen Theologiestudentin Teil III

Es ist so weit: Auf Anfrage hier einer der wohl problematischsten Abschnitte aus meinem Studienanfangstagebuch, betreffend Luther und die Rechtfertigungslehre. Ich werde da gar nicht bis zum Ende warten, sondern schon die einzelnen Abschnitte aus meiner heutigen Perspektive kommentieren. Falls ihr noch etwas diskutieren oder klarstellen oder eure Meinung dazugeben wollt, könnt ihr das gerne bei den Kommentaren unten tun. Weiterlesen „„Es ist eben nicht das Judentum. Ich finde es entsetzlich.““

No Jew’s Land

Tagebuch einer jüdischen Theologiestudentin, Teil II

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Als ich begonnen habe, evangelische Fachtheologie zu studieren, habe ich ein Tagebuch geschrieben, von dem ich einen Auszug hier online gestellt habe. Dabei war ich sehr vorsichtig. Zum Einen habe ich über einiges ziemlich kritisch geschrieben und wollte hier niemanden verletzen, zum Anderen war ich damals einfach eine 18jährige Studentin mit bestimmten Ansichten und Ausdrucksweisen, und bin heute eine 26jährige Frau, die einen Haufen Erfahrungen gemacht hat und vieles nicht mehr so sieht wie damals. Als Feedback habe ich jedoch eine Ermunterung bekommen, doch auch die schwierigen Dinge zu teilen. Also werde ich das vorsichtig versuchen – aber für alle Fälle aus meiner heutigen Perspektive kommentiert.

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Lasst uns über Georg Egger reden

Wie es ist, sowohl Opfer- als auch Täternachkommin zu sein

Mittlerweile gibt es Forschung zu den Traumata, die von Generation zu Generation innerhalb der Familien der Opfer der Schoah weitergegeben werden. Auch gibt es Forschung zu Denk- und Verhaltensmustern, die häufig in Täterfamilien auftauchen. Ersteres wird mit transgenerationalem Trauma bezeichnet, Zweiteres würde ich eher eine transgenerationale Verstrickung nennen. Aber es gibt so gut wie kein Material dazu, was es bei Menschen auslöst, sowohl Opfer- als auch Tätervorfahr_innen zu haben.[1] So wie ich zum Beispiel.

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Interreligiöse Normalität Teil V: Der Garten der Religionen in Stift Altenburg

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Alle Bilder in diesem Beitrag (c) Davidssplitter, 2018

Als Reaktion auf meinen Abschiedsbrief in der Zeitschrift meiner Arbeitsstelle hat mir unser Beiratsmitglied Altabt Christian von Stift Altenburg eine sehr liebe E-Mail geschrieben, in der er mich auch eingeladen hat, den „Garten der Religionen“ zu besuchen, den sein Stift vor einigen Jahren angelegt hat. Da ich im Sommer ohnehin in der Nähe war und gerade für den Führerschein Autofahren übe, habe ich meine Mischpoche eingepackt und sie wohlbehalten, aber mit überschaubaren 60 kmh Maximalgeschwindigkeit, nach Altenburg gebracht.

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Körper im Dialog

Es gibt ein Thema, über das nicht allzu oft geredet wird, wenn es um interreligiösen Dialog geht, das aber zu seinen Rahmenbedingungen dazugehört: das körperliche Sein. In der INTA #11/12 2016 habe ich einen Artikel zu der Tatsache geschrieben, dass Frauen im interreligiösen Dialog unterrepräsentiert sind und warum das so sein könnte. Hier möchte ich ergänzen, wie es sich auf körperlicher Ebene angefühlt hat, als junge, nicht allzu große, nicht allzu schwere jüdische Frau Geschäftsführerin einer christlich-jüdischen Dialogorganisation zu sein. Weiterlesen „Körper im Dialog“

Geliebter Goj – Was wäre, wenn?

Es ist schön, eine interreligiöse Beziehung zu haben. Man hat einen Haufen romantischer Projektionen bezüglich der Religion der_s Partner_in und lässt sich auch von dessen_deren realitätskundigen Protesten schwer desillusionieren. Weiterlesen „Geliebter Goj – Was wäre, wenn?“