Die Sache mit der Sichtbarkeit

Wie ich an einem Abend ein T-Shirt mit einem fetten Davidstern trug und beschloss, daraus keine Challenge zu machen

An jenem Abend hatte ich ein Interview mit Peter Wesely vom Verein Wirtschaft für Integration, der meinen Blog in seiner Serie „Mutmacher“ vorstellen wollte (Hier ist der Link zu seinem Text – vielen Dank noch einmal dafür!). Da ich wusste, dass er auch ein kurzes Video drehen wollte, habe ich mein Shalom, Oida!-T-Shirt vom jüdischen Filmfestival angezogen, das ihr schon von diesem Blogpost her kennt. Mag sein, dass ich damit Klischees bedient habe, aber ich finde das T-Shirt einfach cool. Jedenfalls trete ich auf die Straße und auf einmal sackt die Erkenntnis schwer in meine Magengrube: Ich gebe gerade zeitweilig einen Teil des Privilegs auf, das mich mein ganzes Leben lang begleitet und beschützt hat: Nicht als Jüdin erkennbar zu sein.[1] Weiterlesen „Die Sache mit der Sichtbarkeit“

Homestory: Was unser Zuhause zu einem jüdischen Haushalt macht

Eine Reihe von blauem Geschirr, teils mit hebräischen Schriftzeichen.
Unser Schabbes- und Jontef-Geschirr, teilweise selber bemalt. Alle Bilder in diesem Beitrag sind Eigentum von Davidssplitter und dürfen nur mit Genehmigung vervielfältigt und verändert werden. Dankeschön!

„Building a Jewish Home“ – das Thema zahlreicher Seminare, Websites[1] und ein genereller Wunsch vieler Jüd_innen, egal welcher Ausrichtung. Dabei spielen auch Identity Shopping und jüdischer Kitsch eine Rolle. Insbesondere gemischtreligiösen Paaren wird vorgeworfen, dass sie schwer ein jüdisches Zuhause schaffen können, in dem eventuell vorhandene Kinder dann eine starke jüdische Identität entwickeln. Die Kinderfrage ist bei uns noch in weiter Ferne, aber wie ich zuhause einen Ort schaffen kann, der mich in meinem Judentum bestärkt (und auch Balthasar Platz für seinen Glauben lässt), beschäftigt mich.

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Interreligiöse Normalität Teil III: Bagels bei 1683

Mancherorts ist die Welt schon gut. Dort, wo es Platz für mehr als eine Religion gibt und wo niemand Angst hat, dass ihm ein Zacken aus der Krone bricht, wenn er auch an Minderheiten denkt. Ich nehme euch mit an ein paar Lieblingsorte, wo Menschen unterschiedlicher Religionen Raum füreinander gemacht haben. Heute erzähle ich euch von einem ganz besonderen Ausflug ins 1683. Nein, nicht das Jahr. Weiterlesen „Interreligiöse Normalität Teil III: Bagels bei 1683“

Interreligiöse Normalität Teil II: Veganista

Mancherorts ist die Welt schon gut. Dort, wo es Platz für mehr als eine Religion gibt und wo niemand Angst hat, dass ihm ein Zacken aus der Krone bricht, wenn er auch an Minderheiten denkt. Ich nehme euch mit an ein paar Lieblingsorte, wo Menschen unterschiedlicher Religionen Raum füreinander gemacht haben. Wenn die Temperaturen steigen, können Jüd_innen, Muslim_innen und alle anderen trotzdem ganz cool bleiben und miteinander Eis essen gehen – dafür sorgt Veganista.

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Jüdische Spuren entdecken

Jüdische Spuren Entdecken
Christin auf Spurensuche. Alle Bilder dieses Beitrags sind Eigentum von Davidssplitter und dürfen ohne vorher erteilte Erlaubnis nicht vervielfältigt oder verändert werden. In Deutsch: Ich hätte ganz gerne Kontrolle über das Werk meiner Hände, bittedanke;-)

Bei mir in der Arbeit gibt es eine Bücherwand, die voll ist mit Titeln wie „Verloschene Spuren“ oder „Jüdische Spuren in Soundso“. Regelmäßig werden Exkursionen und Veranstaltungen über jüdische Spuren hier und dort abgehalten. Als ich letztens eingeladen wurde, einen Vortrag zu „Jüdischen Spuren in den Evangelien“ zu halten, hat es mir gereicht. Was will man jüdische Spuren suchen in Texten, die teils von Juden über einen Juden und seine jüdischen Anhänger in Judäa geschrieben wurden? Weiterlesen „Jüdische Spuren entdecken“

Interreligiöse Normalität Teil I: The Tablecloth Shop

Oft habe ich hier gesudert. Für die, die nicht wissen, was sudern ist: es heißt so viel wie koffern.[1] Auch nicht? Na gut, ich habe mich beklagt. Aber ich möchte auch zeigen, dass die Welt mancherorts schon gut ist, dort, wo es Platz für mehr als eine Religion gibt und wo niemand Angst hat, dass ihm ein Zacken aus der Krone bricht, wenn er auch an Minderheiten denkt. Ich nehme euch mit an ein paar Lieblingsorte, wo Menschen unterschiedlicher Religionen Raum füreinander gemacht haben. Nachdem vor nicht allzu langer Zeit Pessach und Ostern waren, fange ich mit einer glücklich machenden Entdeckung auf der Taborstraße an. Weiterlesen „Interreligiöse Normalität Teil I: The Tablecloth Shop“

Warum ich meine Arbeit verlasse

Seit ich ein Teenager war, wollte ich im interreligiösen Dialog arbeiten. Diesen Traum habe ich in verschiedenen Einrichtungen verwirklicht, zuletzt in einer guten, kreativen Position in einem soliden, spezialisierten Verein. Nach bald drei Jahren dort möchte ich aber aufhören. Weiterlesen „Warum ich meine Arbeit verlasse“