Interreligiöse Normalität Teil III: Bagels bei 1683

Mancherorts ist die Welt schon gut. Dort, wo es Platz für mehr als eine Religion gibt und wo niemand Angst hat, dass ihm ein Zacken aus der Krone bricht, wenn er auch an Minderheiten denkt. Ich nehme euch mit an ein paar Lieblingsorte, wo Menschen unterschiedlicher Religionen Raum füreinander gemacht haben. Heute erzähle ich euch von einem ganz besonderen Ausflug ins 1683. Nein, nicht das Jahr. Weiterlesen „Interreligiöse Normalität Teil III: Bagels bei 1683“

Geliebter Goj – Ich habe heute leider keine Smicha für dich!

Wenn ich Zeit und Kraft zum Kämpfen hätte, gäbe es eine Sache in meiner Community, die ich versuchen würde zu ändern.

Meine Mutter und ich machten als ich elf war eine Reise nach Irland. Als wir einen Zwischenstopp bei einer englischen Rabbinerin einlegten, erzählte diese mir, dass ihr Mann vom Islam zum Judentum konvertiert sei, um ihr die Smicha[1] zu ermöglichen. Es wurde ihr nicht ermöglicht, in einer interreligiösen Beziehung zu leben und gleichzeitig als Rabbinerin arbeiten zu können. Weiterlesen „Geliebter Goj – Ich habe heute leider keine Smicha für dich!“

„Niemand streichelt dich.“ Ein Unterschied im Leben von Muslim_innen und Jüd_innen

Vor einiger Zeit bin ich mit einer muslimischen Freundin auf einen Tee zusammengesessen. Dabei hat sie mir ihr Leid geklagt über die vielen Nichtmuslim_innen, die sie schon aufgrund ihres Kopftuchs für eine Terroristin halten, erstaunt sind, wenn sie hören, dass sie Post-Doc auf einer renommierten deutschen Universität ist und ihr ganz generell ihre Projektionen aufdrücken. „Das ist die Realität“, seufzte sie, „Niemand streichelt dich.“

Nun, wir Jüd_innen haben genau das umgekehrte Problem. Weiterlesen „„Niemand streichelt dich.“ Ein Unterschied im Leben von Muslim_innen und Jüd_innen“

Interreligiöse Normalität Teil II: Veganista

Mancherorts ist die Welt schon gut. Dort, wo es Platz für mehr als eine Religion gibt und wo niemand Angst hat, dass ihm ein Zacken aus der Krone bricht, wenn er auch an Minderheiten denkt. Ich nehme euch mit an ein paar Lieblingsorte, wo Menschen unterschiedlicher Religionen Raum füreinander gemacht haben. Wenn die Temperaturen steigen, können Jüd_innen, Muslim_innen und alle anderen trotzdem ganz cool bleiben und miteinander Eis essen gehen – dafür sorgt Veganista.

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Gedankensplitter – The Perks of Being a Progressive Jew

Es ist mir sehr wichtig, kein Bashing in die Richtung irgendeiner jüdischen Gruppierung zu betreiben. Wir mögen die Dinge sehr unterschiedlich sehen, aber wir sind alle Am Jisrael und füreinander verantwortlich. Jede Strömung kann zur einen oder anderen Zeit dazu beitragen, dass das Judentum weiter bestehen bleibt. Dennoch gibt es Dinge, die ich am progressiven Judentum sehr liebe – sonst würde ich mich dort ja nicht verorten. Mein Lieblingsmoment, den ich nur in der liberalen Synagoge erleben kann, ist, zur Bimah aufgerufen zu werden und eine Alijah zu haben. Das Gefühl, so nahe bei der Torahrolle zu sein, sie berühren zu können, diese Repräsentation der Torah auf Erden, von Hand kopiert nach jahrtausendealter Tradition – es gibt nichts Vergleichbares. Die Bracha singen zu dürfen, stolz vor der ganzen Gemeinde, und sich zu freuen, eine Frau mit einer schönen, kräftigen, weiblichen Stimme und ganz bei der Torah zu sein.

Geliebter Goj – Schabbesgoj?

Zwei brennende Kerzen in Messingleuchtern
Das sind unsere am Flohmarkt erstandenen Schabbesleuchter. Copyright liegt bei mir.

Nachdem Balthasar und ich schon fast zwei Monate zusammenleben, bemerke ich, dass er sich gut an meine jüdische Art zu argumentieren angepasst hat.

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Patschi Handi Zam. Von Jüd_innen, Muslim_innen und dem Handgeben

Eine Erfahrung mache ich immer wieder, wenn mir im Kontext von interreligiösem Dialog Muslime (ja, hier sind nur Männer gemeint) begegnen: Sie strecken mir zur Begrüßung fast übereifrig die Hand entgegen. Es wirkt, als müssten sie zunächst einmal beweisen, dass sie hierher gehören, nach Österreich, die österreichischen Gebräuche kennen und Frauen selbstverständlich als Gegenüber auf Augenhöhe akzeptieren. Weiterlesen „Patschi Handi Zam. Von Jüd_innen, Muslim_innen und dem Handgeben“