Die siebte Kerze: Die vergessene Channukkah-Geschichte

Lange Zeit feierte man zu Channukkah nicht nur die militärisch-religiösen Errungenschaften von Matitjahu und seinen fünf Söhnen, sondern auch den Sieg einer Frau über einen assyrischen Feldherren. Wer wissen möchte, wie die Geschichte mit Judith und Holofernes war, kann das Video ansehen; und hier findet ihr einen interessanten Artikel des Jewish Women’s Archive über die Verbindung der Geschichte zu Channukkah, mit zusätzlichen Details und weiteren wichtigen Judiths in der Geschichte des Judentums. Den Channel „Yiddish in North Carolina“, wo das Video her ist, finde ich überhaupt eine interessante Fundgrube.

Die sechste Kerze: Der Chabad-Hanukkah-Dreidel-Song

Nach den letzten beiden Videos jetzt wieder etwas Familientaugliches, definitiv sfw. Dieses süße kleine Video hat mein Herz gewärmt. Wirklich, was kann man dem noch hinzufügen:

„I’m gonna spend all day-del

playing with my dreydel

cause dreydel is the best game in the world.

There’s nothing you can say-del

to keep me from my dreydel

cause dreydel is the best game in the world!“

Die fünfte Kerze: Chanukah Honey

Ist schon jemandem aufgefallen, dass das jetzt die dritte Schreibweise für Channukkah innerhalb von fünf Tagen ist?

Dieses Video ist verstörend. Nicht nur wegen des starren, gierigen Blicks der Sängerinnen, sondern auch, weil es unter dem Deckmantel des Channukkah-Themas die brutale Realität des jüdischen Datings behandelt. Wer jüdisch ist und schon mal versucht hat, eine jüdische andere Hälfte zu finden, wird sich in mindestens einem der angerissenen Gesprächsthemen wiederfinden: In welcher Schule warst du, mit wem warst du in welchem Jugendcamp, kennst du Familie xy und ich tu jetzt so als könnten wir alles locker und spielerisch angehen aber hey, willst du eh Kinder…? So viel Creep in 2 Minuten 45 Sekunden unterzubringen ist jedenfalls eine Leistung, die gewürdigt gehört.

Die vierte Kerze: Betty Q – Channukkah Burlesque

Burlesque ist eine feine Sache. Nicht nur weil einem schwindlig vom Zuschauen werden kann, sondern weil es so was wie Striptease mit Hirn und Anspruch ist. Bei Burlesque-Shows treten häufig Frauen auf, die nicht den üblichen Normen von einem schlanken, jungen Körper entsprechen. Wenig andere Felder des Tanzes sind so offen für wirklich alle Körper. Die Tänzerin Betty Q habe ich vor Jahren in Wroclaw bei der Bet Debora – European Conference of Jewish Women kennengelernt. Sie ist nicht nur eine der ersten Frauen, die Burlesque nach Polen geholt haben, sondern eben auch Jüdin, was sie in mancher ihrer Choreografien zum Ausdruck bringt. Sie hat auf der Konferenz übrigens keine Show gemacht (schluchz!), sondern uns einen einstündigen Vortrag gehalten mit dem Titel „Nudity empowers some, modesty others“. Wer das Video bis zum Ende ansieht, weiß, warum ich das Video am vierten Tag von Channukkah poste;-) Betty Q beginnt ca bei 1 min 10 sek zu tanzen, davor sind Vorbemerkungen auf Polnisch.

Die dritte Kerze: A Hamilton Hanukkah

Dieses Video ist m.E. das Großartigste, was die Maccabeats jemals produziert haben. Falls jemand die Gruppe nicht kennt: Die Maccabeats covern bekannte Popsongs komplett A Capella und schreiben neue Texte mit jüdischem Inhalt für die bekannten Melodien. Das ist an sich schon toll. In diesem Video haben sie das Musical „Hamilton“, das erst 2015 erstmals aufgeführt wurde, zur Grundlage genommen, um die Geschichte von Channukkah musikalisch darzustellen. Seit es 2016 online gegangen ist sehe ich es mir jedes Jahr zu Channukkah an, bis es mir zu den Ohren rauskommt.

Die zweite Kerze: Channukkah mit den Chipmunks

Zugegeben, das Video gestern hatte nicht sooo viel mit Channukkah zu tun. Damit aber doch noch früh genug öltriefende Feiertagsstimmung aufkommt, hier ein Video, in dem die Chipmunks Channukkah besingen und dabei von ihrem Oheim Dave liebevoll auf Jiddisch beschimpft werden (wer auch immer das Video gemacht hat, hat womöglich einfach alle jiddischen Wörter, die er_sie kennt, eingebaut). Oh, und sie heißen nicht Alvin, Simon und Theodore, sondern Melvin, Simon und Moishe! Wenn ihr euch das Video auf YouTube anschaut, findet ihr auch die Lyrics darunter, zusammen mit einem Glossar der verwendeten jiddischen Wörter.