Über Antisemitismus reden – aber Tachles!

Immer wieder versuchen gutmeinende Menschen in öffentlichen Stellungnahmen und Artikeln zu betonen, wie sehr sie gegen Antisemitismus sind, das heißt gegen das Hassen und Vorurteile-Haben gegenüber Jüd_innen.[1] Nur sind viele der ubiquitär verwendeten Formulierungen, um es mit einem schönen englischen Wort zu sagen, „cringeworthy“[2]. Sie lassen Antisemitismus als etwas ganz Abstraktes erscheinen; konkrete Handlungsmöglichkeiten und konkrete Menschen rutschen so aus dem Sichtfeld.

Ritter mit Schwert kämpft gegen schwarze Nebelwolke an
„Stirb, du böses Monstrum!“ Alle Bilder dieses Beitrags sind Eigentum von Davidssplitter und dürfen ohne vorher erteilte Erlaubnis nicht vervielfältigt oder verändert werden. In Deutsch: Ich hätte ganz gerne Kontrolle über das Werk meiner Hände, bittedanke;-)

 

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Tagebuch einer jüdischen Theologiestudentin

Bild von einem Notizbuch
Mein Studienzeittagebuch.

Als ich mich entschieden hatte, evangelische Theologie zu studieren, bereitete ich mich auf alle möglichen Arten vor: Ich sprach mit dem Landessuperintendenten der evangelischen Kirche HB, der mir ein Gespräch mit einer Theologiestudentin vermittelte; ich plante hingebungsvoll mein Semester; und als eine Freundin meiner Mutter mir ein besonders edles Notizbuch schenkte, beschloss ich, meine aufregende erste Studienzeit darin festzuhalten. Weiterlesen „Tagebuch einer jüdischen Theologiestudentin“

Geliebter Goj – Das Balthasar-Update

Mein Freund hat endlich meine Texte über ihn gelesen und so findet er sie

„911 Aufrufe und 236 Besucher_innen diesen Monat!“, jauchzte ich und hielt Balthasar mein Handy mit der Blogstatistik unter die Nase (Danke an euch alle an dieser Stelle!). „Und stell dir vor, das einzige bekannte Suchwort: ‚Goj‘“.

Wir waren im Zug auf der Heimreise von Tschechien. Zugegebenermaßen war das nicht das erste Mal, dass Balthasar Interesse an den Texten über ihn zeigte. Das erste Mal war noch vor den Hohen Feiertagen gewesen, aber da war ich zu beschäftigt, um gleich einen Blogpost zu schreiben. Auch wenn mir danach zumute war, denn auf diesen Moment hatte ich schon lange gewartet. Weiterlesen „Geliebter Goj – Das Balthasar-Update“

Reisetagebuch Heppenheim, Tag 4, Stand 13:46

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08:58

Mein Zug geht erst in einiger Zeit, also sitze ich noch im Frühstücksraum und blättere durch meine Notizen, um zu schauen, ob ich euch noch etwas Interessantes erzählen könnte. Mein Zerstörtheitsfaktor ist ungefähr wie nach einem Festival. Konferenzen sind wie Festivals, bloß dass man sich weniger bewegt und mehr redet. Weiterlesen „Reisetagebuch Heppenheim, Tag 4, Stand 13:46“

Reisetagebuch Heppenheim, Tag 3, Stand 23:37

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08:19

Heute ist der letzte Arbeitstag, morgen reisen alle wieder ab. Was ich immer wieder feststelle, und ich bin gespannt, ob es heute auch so sein wird: Wenn sich eine Gruppe auf einen Abschied vorbereitet, kommt es zu Spannungen. Auf mehrtägigen Workshops etwa ist der Tag vor dem letzten Tag häufig gezeichnet von Konflikten und hochwallenden Emotionen. Weiterlesen „Reisetagebuch Heppenheim, Tag 3, Stand 23:37“

Reisetagebuch Heppenheim, Tag 2, Stand 20:03

Statue von Martin Buber
Gestern Nachmittag im sonnigen Heppenheim. Diese Statue von Martin Buber steht gegenüber dem Hauptquartier des ICCJ.

08:53

Gestern gab es nur ein kurzes Sich-Auf-Den-Letzten-Stand-Bringen mit Anette Adelmann, der Geschäftsführerin des ICCJ. Sie ist eben erst von einer richtigen Reisetournee zurückgekehrt: Eine Eröffnung eines interreligiösen Zentrums in Ägypten, eine Reise nach Israel, anschließend gleich nach Lund, wo wenn ich mich richtig erinnern kann die nächste ICCJ World Conference stattfinden wird. Außerdem sind gestern ein deutsch-türkischer und ein iranischer Kollege sowie eine Kollegin aus den USA eingetroffen. Weiterlesen „Reisetagebuch Heppenheim, Tag 2, Stand 20:03“

Reisetagebuch Heppenheim, Tag 1, Stand 16:58

Wegrennen vor dem Killerwal, Routine und Restmüll, Gender und Germanen

06:45

Heute wird hauptsächlich ein Reisetag. So was ist nicht nur aufregend, sondern hat auch seine unerfreulichen und rätselhaften Seiten. Die Bierfahne, die den hustenden und rotzenden Mann dir gegenüber umweht. Die Festhalteschlaufe eines Wiener Busses, die unvermittelt an einer Säule hängt. Warum? Hat jemand sie aus Jux und Tollerei dort hingehängt? War es aus einem sozialen Gedanken heraus, damit sich ein gefallener Sandler dort wieder aufrichten kann? Und: Kann man die Anzeige der Bahnhofstafel auch als „Renn weg – Killerwal“ lesen?

TD1

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